markus in japan

Dienstag, Februar 13, 2007

german environmental policies + german language

So, wie soll ich das jetzt erklären ....

Also, ich war bereits letzte Woche bei einer Grundschule eingeladen, um über deutsche Umweltschutzbestimmungen und -maßnahmen zu reden. In dieser Schule hatten mehrere Lehrer ein Projekt organisiert, um die Schüler über die eigene Umwelt zu informieren und sollten eben dahingehend sensibilisiert werden. Es wurde also z.B. über Wasserqualität, Luftqualität, ... aber ach über Mülltrennung (Nagoya hat eine der strengsten Mülltrennungsvorschriften Japans) geredet. Zum Abschluss des ganzen Projekts, dass wohl über mehrere Monate ging, sollten dann noch die japanischen Maßnahmen mit den internationalen Maßnahmen verglichen werden. Daher musste nun erst mal ein Deutscher her (Deutschland hat einen sehr guten, wenn nicht den besten, Ruf, was Umweltschutzrichtlinien angeht). Gut, dass der Vater einer Lehrerin an der Nagoya University der "Academic Director" des dortigen Austauschprogramms (NUPACE <-- da bin ich übrigens auch dabei!) ist. Ich wurde daraufhin also angesprochen, ob ich denn nicht mal für ne gute Stunde mal vor so 60 Kindern die deutschen "environmental policies" erklären möchte. Natürlich sagt man da nicht nein ... aber wie ist das mit Japanisch? Ich kann ja schon mal ein Bier bestellen und zu essen bekomme ich auch immer was aber was war noch mal "environment" auf Japanisch? Letztendlich sind also auch noch ein Franzose, der sehr gut Japanisch spricht und auch ein Japaner selbst, der ein Jahr in England war mit und auch sie durften ihre Erfahrungen loswerden.

Ich war wirklich erstaunt! Anfangs hab ich erklärt, wie wir denn in Deutschland Müll trennen. Danach gabs noch Fragen und die waren teils sehr beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass da Kinder mit ca. zehn Jahren vor einem stehen. Einer hat dann doch wissen wollen, warum denn Deutschland international die höchsten Richtlinien für Umweltschutz hat und warum Deutschland immer als Vorbild angesehen wird? Naja .... stammelstammel ... Und was wird in Deutschland gemacht, um die CO2-Produktion zu reduzieren? Und, und, und ... Die Kinder waren wirklich topfit und ich hatte auch das Gefühl, dass da die Lehrer wirklich einen guten Job gemacht haben (das japanische Schulsystem steht ja immer wieder in der Kritik, weil nur Wissen "stupide" vermittelt wird und den Kindern vor allem Kreativität fehlt - ich hatte hier aber einen völlig anderen Eindruck).

Das lustige war noch, dass die Schule ganz in der Nähe meines Karateclubs war und damit waren natürlich auch in der Klasse viele Kinder, die mich vom Training kennen. Das bedurfte dann auch einiges an Erklärungen, aber die Schulleiterin hat nur gelacht :-) "有名なドイツ人。。。"

Fotos folgen!

Dann war ich auch noch bei einer anderen Schule eingeladen. Hier sind alle "komischen" japanischen Kinder untergebracht, die mal eine Zeit lang im Ausland gelebt haben (vor allem, weil ihre Väter wegen ihrer Arbeit ins Ausland mussten). Diese Kinder bekommen dann individuellen Förderunterricht. Ein großes Problem ist oft Japanisch: Die Kinder lernen ja hier bis zur neunten Klasse 2000 Kanji und falls sie im Ausland für nur ein paar Jahre diesbezüglich keinen Unterricht hatten, brauchen sie natürlich später etwas mehr Aufmerksamkeit.

Diese Schule (privat) lädt dann auch alle paar Monate ein paar Austauschstudenten ein, die mit den Kindern wieder etwas in ihrer Fremdsprache sprechen sollen. Ich hatte das Vergnügen mit drei Kindern, einer war für drei Jahre in Berlin (Vater arbeitet bei Sony) und zwei Brüder, die für vier Jahre in Düsseldorf waren. Gesprächsthemen waren, wie kanns anders sein, Fussball, Fussball, Fussball ... Generell, auch Kinder, die in anderen Ländern waren, vermissen natürlich ihre "zweite" Heimat. Zum einen vermissen sie natürlich ihre Freunde, aber viele waren auch mit dem japanischen Schulsystem nicht ganz so glücklich. Die Kinder haben hier im Vergleich zu Deutschland viel mehr Unterricht und andere Verpflichtungen (Clubsport, andere Clubs, Cram-schools, ....) und gerade Freunde und z. B. einfach Fussball spielen aus Freude kommt hier oft zu kurz ....