markus in japan

Samstag, September 23, 2006

KOREA


Bin wieder zu Hause! Naja, zumindest in Japan. Komisches Gefühl.

Ich hab leider keine Zeit, einen ausführlichen Reisebericht zu schreiben, wollte Euch aber doch ein paar Fotos zukommen lassen und mal einen groben Abriss der Tour geben. Von Nagoya gings also mit "Japan Airlines" nach Busan (zweitgrößte Stadt), im südosten von Südkorea. Busan selbst hat kulturell nicht allzu viel zu bieten und ist vor allem durch den viertgrößten Hafen weltweit wichtig. Ansonsten beeindruckte mich, dass die Stadt zwischen mehreren kleinen Bergen liegt. Diese "Hügel" sind teilweise mehrere hundert Meter hoch und bieten einen schönen Überblick. Ansonsten ist die Stadt schmutzig! Zumindest war das mein Eindruck. Als kulturellen Höhepunkt gibt's aber am nördlichen Stadtrand den buddhistischen BEOMEOSA Tempel aus dem siebten Jahrhundert, der dann doch wirklich beeindruckend war (vor allem die Lage relativ weit oben am Berg). Des weiteren hat Busan dank mehrerer Universitäten einiges bei Nacht zu bieten.



Nach Busan fuhren wir per KTX (Korean Train eXpress) mit bis zu 300 km/h nach Seoul. Diese Linie ist bisher die einzige und wurde auch erst 2004 eröffnet. Daher sehr modern, angenehm und trotzdem günstig. Der eigentliche Grund der Reise war ja, einen Freund, Hee Jin, in Seoul zu besuchen. Der hat uns dann auch gleich zur Hochzeit seines Bruders mitgeschleppt. Naja, war zwar sehr interessant, aber nicht wirklich aufregend: In Südkorea sind ja so 50% der Bevölkerung Christen, daher war das auch eine christliche Hochzeit. Die Zeremonie selbst fand in einem speziellen Gebäude statt (keine Kirche), in dem nur Hochzeiten abgehalten werden. Danach ging's ein paar Räume weiter zum Essen, und zwar nur zum Essen. Keine Ansprachen, keine Musik, ... nur essen. Nach zwei Stunden war dann auch alles vorbei. Hee Jin hat uns dann erst mal durch die Innenstadt geführt und ich kann nur eins sagen: Seoul ist der Hammer! Sehr viel traditionelles wie Tempel und Paläste, aber auch sehr modern mit Wolkenkratzern, ... Allerdings findet man auch sehr viel Natur. Z. B. wurde ein künstlicher Fluss angelegt, der nun durch die Innenstadt fließt. Dazu wurde einfach ein der Hauptverkehrsadern "entfernt" und es entstand ein nettes Flüsschen von mehreren Kilometern länge. Der Grund war wohl, die Innenstadttemperatur zu senken. Konnte ich anfangs nicht wirklich glauben, aber die hatten jetzt die letzten zwei Jahre durchschnittlich fünf Grad kühlere Temperaturen in der Innenstadt! Außerdem ist es auch wirklich schön, dort entlang zu gehen und links und rechts die modernen Gebäude zu bewundern ....
Hier ein Foto in Insadong, dem traditionellen Teil Seouls mit Teeshops, Künstlermärkten, Kalligraphieshops, ..... Hee Jin ist der in der Mitte, rechts ist Aruma, mein Reisebegleiter:

Des weiteren haben wir noch das World Cup Stadion besichtigt - 2002 war ja die Fußball Weltmeisterschaft in Japan und Korea und hat dem Fußball in beiden Ländern einen gewaltigen Schub gegeben. Damals ist Korea ich glaub bis zum Viertelfinale gekommen und wurde da dann von Deutschland besiegt. Danach besuchten wir "Gyeongbokgung", den "Palace of Shining Happiness", den Sitz von König Taejo (Joseon dynasty). Leider wurde dieser, wie auch vieles andere, irgendwann mal von den Japanern zerstört - die Japaner dachten Ende des 16. Jahrhunderts und von 1910 - 1945, dass sie sich in Korea etwas Land beschaffen müssen. Leider wurde während dieser Invasionen auch vieles Zerstört, was nun wieder teuer aufgebaut wird.


Neben Seoul war aber auch noch die Tour zur DMZ, der "Demilitarized Zone", etwa 50 Kilometer nördlich von Seoul ein Höhepunkt unserer Tour. Die Grenzlinie wurde nach dem Koreakrieg festgelegt und das Gebiet je zwei Kilometer nördlich und südlich dieser Grenzlinie wurde zur DMZ erklärt. Absolutes Sperrgebiet (fast), teilweise vermint, streng bewacht, aber auch ein Paradies für die Natur. Es gibt aber trotzdem eine kleine Anlage in dieser Zone, die JSA (Joint Security Area). Die Tour selbst wurde von amerikanischen Soldaten gemacht (sehr lustige Kerle, aber auch sehr direkt, falls sich jemand nicht an die Regeln hält).
Zum Bild: Das große Gebäude im Hintergrund ist schon Nordkorea. Die Grenze verläuft genau in der Mitte der blauen Häuser. die südkoreanischen Soldaten (mit dem Rücken zu uns) passen auf, dass niemand flüchtet oder was auch immer tut.

Diese Situation war schon etwas komisch, vor allem mit den ganzen Waffen und Sicherheitsmaßnahmen. Wir musste zuvor auch noch einen "Vertrag" unterschreiben, dass es nicht die Schuld der UN oder USA ist, falls wir getötet werden .... Auf dem nächsten Foto beobachtet uns ein nordkoreanischer Soldat ....

Wir durftet auch noch in eine der blauen Baracken: Die Grenze verläuft genau entlang dem Tisch. Der Soldat da steht als halb auf nordkoreanischen, halb auf südkoreanischen Boden. Seine Haltung ist übrigens die typische "Grundstellung" der Soldaten, die Grundstellung im Taekwondo.

Nach einen weiteren Abend mit Hee Jin und dem Präsidenten der "Korean Baseball Association" (natürlich floss reichlich Alkohol) ging's per Highwaybus (luxuriös: nur drei "Sessel" in einer Reihe und auch nur viereinhalb stunden für die 350 km) nach Gyeongju, dem koreanischen Kyoto. Hier wohnten wir erst mal in einer genialen Unterkunft: einem alten traditionellen koreanischen Haus, wohl eines höheren Beamten oder so ... in der Mitte ein viereckiger Hof und rund herum mehrere Gebäude.

Gyeongju ist zwar relativ klein, ist aber einer der zehn wichtigsten Plätze weltweit was das Weltkulturerbe (UNESCO) angeht. Zum einen gibt's dort somit "Grabhügel" mit bis zu 22 Meter Höhe und auch den wichtigsten Tempel des Buddhismus in Korea.


Insgesamt hat sich die Reise wirklich gelohnt. Kulturell haben die Japaner und Koreaner ja einiges gemeinsam. Allerdings muss ich auch sagen, dass es leichter ist mit den Südkoreaner in Kontakt zu kommen. Die sind zwar auch sehr höflich, haben aber nicht diese "übertriebene" Distanz (was zumindest den ersten Kontakt betrifft) der Japaner.

Donnerstag, September 14, 2006

raus aus Japan!

In einer guten Stunde geht's los nach Suedkorea! Von Nagoya fliegen wir zuerst nach Busan, der zweitgroessten Stadt dort im Sueden. Nach so zwei Tagen machen wir uns dann auf nach Seoul, der Hauptstadt und wohl einer der "hottest cities" weltweit (newsweek). Dort gibt es dann ein Wiedersehen mit Hee Jin, einem Freund aus Nagoya, der uns dann seine Heimatstadt zeigen wird. Ausserdem ist auch noch ein Besuch der DMZ (Grenzstreifen zwischen Nord- und Suedkorea) geplant. Die noch traditionellere Seite von Korea wollen wir in Gyeongju, dem "koreanischen Kyoto", erkunden, in dem dann nochmal so zwei Tage geplant sind.

Bin gluecklicherweise nicht ganz alleine unterwegs: Aruma, ein japanischer Freund, begleitet mich auf dieser Reise. Ist auch ganz gut so, da die Koreaner wohl eher Japanisch als Englisch sprechen ....

Bin schon sehr gespannt auf Sued Korea. Hat ja durchaus einige parallelen zum frueheren geteilten Deutschland. Ob es in Korea allerdings eine Wiedervereinigung gibt, ist wohl vorerst sehr fraglich, leider.

Weitere Berichte und Fotos gibt es dann auf jeden Fall nach meiner Rueckkehr in zehn Tagen.