markus in japan

Mittwoch, August 16, 2006

Hiroshima

Atombombe. Damit bingen wir Hiroshima üblicherweise in Verbindung. Neben diesem bedrückenden Thema gibt's dort aber auch noch andere Sachen zu sehen.

Per Nachtbus bin ich also nach Hiroshima. Ein Tip: Macht das mit diesem Nachbus nur im Notfall. Ok, 57 Euro für Nagoya - Hiroshima (ca. 450km) und zurück in je 7 Stunden ist natürlich günstig (Shinkansen würde über 200 Euro kosten) und letztendlich was das auch der Grund für mich, das so zu machen. Außerdem gewinnt man auch noch einen Tag, da man ja bei Nacht reist (vorausgesetzt, man schläft im Bus, bzw. man kann schlafen).
Mehr oder weniger fit in Hiroshima angekommen ging's dann auch gleich auf die Insel "Miyajima": Wieder mal jede Menge Tempel (viele wieder mal "Unesco Weltkulturerbe") und vor allem bekannt durch ein riesiges "Tori" vor der Insel. Dieses ist nicht verankert und steht da einfach auf dem Sand ...






... eine kleine Spende einer Firma, die Sake herstellt. Hauptsächlich sind in den zylinderförmigen Dingern Reis und andere Lebensmittel. In manchen befindet sich aber auch Sake ...


Gereist bin ich nicht alleine: Frances und Matchan haben mich begleitet: Matchen studiert zwar auch an der Nagoya University, kommt aber ursrünglich aus Hiroshima. Wir hatten daher eine sehr günstige Unterkunft bei seiner Mutter - sehr nette Frau! Frances trug übrigens Ihren Komono!


Es war natürlich auch wieder mal sehr heiß! 40°C solls gewesen sein, wie wir am Abend erfahren haben. Ist immer wieder ein komisches Gefühl, wenn die Lufttemperatur die eigene Körpertemperatur übersteigt und man den ganzen Tag schwitzen muss. Nachmittags haben wir einige Stunden in einem halbfertigen Tempel verbracht. Kostete umgerechnet 67 Cent Eintritt, war ein "richtiger" Tempel mit Altar, wurde aber als Ruhestätte verwendet. Mange Japaner haben zwar vor dem Ausruhen noch mal kurz in die Hände geklatscht (na, wer hat das verstanden? :-) ), aber die meisten waren einfach froh, etwas Schatten zu haben.




Später am Nachmittag konnte man dann auch zum großen Tori hinlaufen - das Berühren soll Glück bringen. Ach ja: Das Vorgängertori wurde übrigens so vor 200 (?) Jahren weggespült und seitdem nicht mehr gefunden. Ihr könnten reich werden, falls Ihr es findet!




Warum haben wir nun einen Tag bei Hitze auf dieser Insel gewartet? Gute Frage, die ich mir tagsüber auch immer wieder gestellt habe. Aber es hat sich wirklich gelohnt: Am Abend gab's dort ein riesiges Feuerwerk. Hab in meinem letzten Eintrag schon mal erwähnt, dass hier in Japan Mitte August alle zu ihren Familien heimfahren um an die Verstorbenen zu denken. Dies ist der Grund, warum die hier dann auch dieses Feuerwerk hatten: Auf dem Wasser zwischen der Insel und dem Festland waren mehrere Boote, von den aus über eine Stunde lang alles mögliche abgeschossen wurden. Unterbrochen wurde das nur kurz durch Musik und eine paar alte Geschichten über Götter .... Ich war begeistert! Auch hier gab's wieder viele Pärchen in Kimonos und Yukattas zu sehen und überhaupt sollen meherere 100000 Menschen, teils auf der Insel, teils vom Festland aus, das Spektakel gesehen haben.




Tag 2: Nachdem Frances und Matchen das "Friedensmuseum" schon mal besucht hatten und das ganze auch sehr bedrückend ist, durfte ich das alleine anschauen. Hab dann auch drei Stunden in diesem Museum verbracht. Neben den ganzen geschichtlichen Aspekten vor und vor allem nach der Atombombe wird auch immer wieder der Bezug zum Frieden hergestellt und vor allem zur Abrüstung von Atomwaffen hingewiesen. Der Bürgermeister von Hiroshima schreibt z. B. immer zur Weihnachtszeit einen Brief an die Präsidenten der Länder, die Atomwaffen besitzen und weist auf die Gefahren hin und bittet um Abrüstung.



Bevor die (mit etwas gemischten Gefühlen erwartete) Rückfahrt anstand, sind wir noch zum Essen gegangen. Natürlich typisch Hiroshima: "Okonomiyaki". Das zu beschreiben ist schwer: Es ist auf jeden Fall viel Gemüse und viele Nudeln drin. Dazu kommt etwas Fleisch und verschiedene Soßen. Zusammenfassend: おいしい!!! (SEHR GUT!)