markus in japan

Mittwoch, August 30, 2006

WM revival - NUPACE Summer party (Nachtrag)

Ist zwar schon eine Weile her, wollte ich aber jetzt doch noch los werden: Gegen Ende des Semesters, genauer am Mittwoch den 19. Juli 2006, fand die NUPACE Summer Party statt. Dazu stellte das Austauschprogramm dann doch mehrere hundert Euro für Essen, Deko und Getränke (Bier, ...) zur Verfügung. Jetzt lags natürlich wieder einmal auch an den Studenten ein bisschen mitzuorganisieren (irgendwie haben sich hierzu nur Europäer gefunden ...). Das "Thema" der Party war dann aber schnell gefunden: Fußball Weltmeisterschaft 2006 - die war da auch erst ein paar Tage rum und war doch eines, wenn nicht das beherrschende Thema des Semesters. Naja, an mir blieb die "publicity" hängen, was bedeutete, dass zuerst mal ein Flyer hermusste, was mir, glaub ich, dann doch gelungen ist:



So eine japanische Party ist aber doch immer wieder anders als zu Hause. Zum einen gibt's eine Startzeit und auch eine Endzeit! Des weiteren werden auch immer irgendwelche Spiele gespielt. Sehr populär ist die "Reise nach Jerusalem". Wir wollten natürlich was anderes, da die üblichen Spiele meist sehr nervig sind und auch eigentlich gar nicht gewollt sind, zumindest von allen "Nichtjapanern". Aber die Verantwortlichen haben auf diese Spiele bestanden und so kam mir dann die Idee eines spannenden deutschen Spiels, das sogar noch zum Thema passte: Torwandschießen! Als Torwand diente letztendlich eine normale Wand, die mit Klebeband zwei Kreise bekommen hat. Hier ein leider etwas unscharfes Bild des Direktors des Programms, Prof. Ezaki:

Seegrund - Kluftingers neuer Fall

Kommissar Kluftinger, aus dem Allgäu, genauer gesagt aus Altusried, arbeitet bei der Polizei in Kempten. Bisher sind schon zwei Bücher mit und über ihn erschienen: "Milchgeld" und "Erntedank". Das neue: Seegrund


Erscheint am 27. September im Piper-Verlag und kann auch schon jetzt bei Amazon vorbestellt werden.

Alle die, die Kluftinger bereits kenn, wissen wovon ich schreibe: Ein MUSS! Für alle Neulinge: Kluftinger ist ein wirklich sehr guter und spannender Krimi! Daneben sind die Bücher auch lustig und Ihr bekommt einen Eindruck vom Allgäu und den Eigenheiten der Bewohner. Wir Allgäuer sind wirklich so! Zumindest manchmal. Seid hiermit herzlich eingeladen das Allgäu auch mal live zu erkunden. Werde dann auch orginal Allgäuer Käßspatzen machen.

Sonntag, August 27, 2006

Mt. Gozaisho

Wieder mal Wandern mit CHIC (Chubu International Hiking Club, mit Chubu wird die Gegend hier bezeichnet und umfasst mehrere Präfekturen). Der "Leiter" Justin, Australier, ist selbst mit einer Japanerin verheiratet und lebt bereits neun Jahre in Japan. Er ist, wie viele Australier, Kanadier, Amerikaner und Engländer, hier als Englischlehrer beschäftigt und bringt daher auch immer wieder zu den Hikes ein paar Japaner mit. Sehr gut für die und ihr Englisch, aber auch für mich und mein Japanisch.

Dieses mal gings auf den Gozaisho-dake. Wohl der bekannteste Berg des Suzuka-Gebirgszugs eine Stunde mit dem Bus westlich von Nagoya. Das Wetter war leider nicht so gut, aber auch nicht schlecht. Den ganzen Tag sehr diesig aber dafür auch nicht so heiß. Werde aber versuchen, dort im Herbst nochmal hinzufahren. Zum einen soll der Gipfel eine herrliche Sicht auf Nagoya und die Umgebung bieten. Man soll sogar die beiden "Twintowers" (also den Bahnhof von Nagoya) sehen können. Des weiteren zeigen dann die Blätter der Bäume ein tiefes Rot.



Auf dem Weg zurück gab's dann auch noch eine kleine Abkühlung. Mann, war das kalt! Ein Gebirgsbach eben. Da half nur Anlauf und rein :-)



Samstag, August 26, 2006

Erdbeben!

Es war dann doch mal so weit: Hab mein erstes Erdbeben miterlebt! Zwar sehr schwach, aber es war eins. Dachte zuerst, dass da ist ein oder zwei Stockwerke unter mir eine riesige, schwere Tür zugefallen ist. Aber es gibt hier keine solchen Türen und beim zweiten "Rüttlerchen" hab ich's dann doch verstanden. Hier die offizielle Karte des Japanischen Wetterdienstes:



Mitte Juli gab's auch schon ein Erdbeben - war sogar stärker, hab aber davon nichts mitbekommen, obwohl ich definitiv am Schreibtisch saß ....

Mittwoch, August 23, 2006

あついですね! - zu heiß!

Neue Geschäftsidee: Nachdem ich ja schon die, wie ich finde, geniale Idee für leichte (maximal 5 Gramm schwer), portable Klimaanlagen (sollen den Körper mit einer kühlen Luftschicht umgeben) habe nun einen neue Idee: Es ist ja hier zu heiß. Den ganzen August tagsüber über 35°, Nachts auch noch so 27°, die letzten Tage pendelte das Thermometer so bei 40°C ... das ist zu viel. Auf der anderen Seite ist es ja in Deutschland zu kalt! Die Lösung: Werde demnächst eine Firma gründen, die sich mit "Wärmehandel" beschäftigt. Vielleicht "Thermal Trading Company", oder kurz "TTC". Würde hierzu noch jemanden suchen, der die ganze Technik entwickelt (sollte nicht zu schwer sein ....) - bin dazu zur Zeit einfach zu beschäftigt.

Bis das geschafft ist, haben sich aber andere auch schon mal was einfallen lassen: Neues Bier bei Lawson!

Die nennen das "Herbstbier", obwohl es noch keine Anzeichen für den Herbst gibt. Ist ja auch egal. War nur sehr begeistert vom Design der Dose: Dieses freurig rote, die Blätter, .... irgendwie anders. Geschmacklich nicht anders, allerdings 6%.

Hab ich eigentlich schon mal über das manchmal lustige Englisch der Japaner was gesagt? Haben letztens über die Temperaturen zur Zeit gesprochen, und da hat dann ein Japaner gemeint, dass die 40°C ja jetzt der Höhepunkt sind und hat dann Höhepunkt mit "climax" bezeichnet. Stimmt natürlich, allerdings gibt's da auch noch eine andere Bedeutung von climax, aber seht selbst ...

Sonntag, August 20, 2006

Deutsche Kultur. Häää? Wo ist denn überhaupt Deutschland?

"German Culture in English, please." - Durfte zwei Stunden über deutsche Kultur in Englisch sprechen. Eingeladen hat mich dazu eine nette Japanerin, die selbst eine kleine Sprachschule hat. Hin und wieder lädt sie dann Austauschstudenten ein, die einfach mal etwas Abwechslung rein bringen sollen.

Durfte also zwei Stunden "unterrichten", obwohl das mehr ein plaudern war. Einmal eine Gruppe mit so elfjährigen, dann mit 14 jährigen. Wir hatten aber sehr viel Spass und die je 90 Minuten war definitiv zu wenig! Es ging meist um Hobbys, typisches Essen, wo ich denn wohne, Geschwister, ..... über was man halt mit einem bzw. vier Jahren Englischunterricht reden kann.

Bei den 14 jährigen hab ich mal gefragt, was sie denn aus Deutschland kennen, war dann aber etwas geschockt, als dann einer der Jungs "beer" sagte :-) (in Japan darf man erst mit 20 Alkohol drinken). Zum Schluss hab ich denen dann noch ein paar deutsche Wörter wie "Danke", "Hallo", ... beigebracht. Die "Biergruppe" wollte aber auch noch wissen, wie man auf Deutsch ein Bier bestellen kann, was ich natürlich gerne gemacht habe ..... :-)

Mittwoch, August 16, 2006

Hiroshima

Atombombe. Damit bingen wir Hiroshima üblicherweise in Verbindung. Neben diesem bedrückenden Thema gibt's dort aber auch noch andere Sachen zu sehen.

Per Nachtbus bin ich also nach Hiroshima. Ein Tip: Macht das mit diesem Nachbus nur im Notfall. Ok, 57 Euro für Nagoya - Hiroshima (ca. 450km) und zurück in je 7 Stunden ist natürlich günstig (Shinkansen würde über 200 Euro kosten) und letztendlich was das auch der Grund für mich, das so zu machen. Außerdem gewinnt man auch noch einen Tag, da man ja bei Nacht reist (vorausgesetzt, man schläft im Bus, bzw. man kann schlafen).
Mehr oder weniger fit in Hiroshima angekommen ging's dann auch gleich auf die Insel "Miyajima": Wieder mal jede Menge Tempel (viele wieder mal "Unesco Weltkulturerbe") und vor allem bekannt durch ein riesiges "Tori" vor der Insel. Dieses ist nicht verankert und steht da einfach auf dem Sand ...






... eine kleine Spende einer Firma, die Sake herstellt. Hauptsächlich sind in den zylinderförmigen Dingern Reis und andere Lebensmittel. In manchen befindet sich aber auch Sake ...


Gereist bin ich nicht alleine: Frances und Matchan haben mich begleitet: Matchen studiert zwar auch an der Nagoya University, kommt aber ursrünglich aus Hiroshima. Wir hatten daher eine sehr günstige Unterkunft bei seiner Mutter - sehr nette Frau! Frances trug übrigens Ihren Komono!


Es war natürlich auch wieder mal sehr heiß! 40°C solls gewesen sein, wie wir am Abend erfahren haben. Ist immer wieder ein komisches Gefühl, wenn die Lufttemperatur die eigene Körpertemperatur übersteigt und man den ganzen Tag schwitzen muss. Nachmittags haben wir einige Stunden in einem halbfertigen Tempel verbracht. Kostete umgerechnet 67 Cent Eintritt, war ein "richtiger" Tempel mit Altar, wurde aber als Ruhestätte verwendet. Mange Japaner haben zwar vor dem Ausruhen noch mal kurz in die Hände geklatscht (na, wer hat das verstanden? :-) ), aber die meisten waren einfach froh, etwas Schatten zu haben.




Später am Nachmittag konnte man dann auch zum großen Tori hinlaufen - das Berühren soll Glück bringen. Ach ja: Das Vorgängertori wurde übrigens so vor 200 (?) Jahren weggespült und seitdem nicht mehr gefunden. Ihr könnten reich werden, falls Ihr es findet!




Warum haben wir nun einen Tag bei Hitze auf dieser Insel gewartet? Gute Frage, die ich mir tagsüber auch immer wieder gestellt habe. Aber es hat sich wirklich gelohnt: Am Abend gab's dort ein riesiges Feuerwerk. Hab in meinem letzten Eintrag schon mal erwähnt, dass hier in Japan Mitte August alle zu ihren Familien heimfahren um an die Verstorbenen zu denken. Dies ist der Grund, warum die hier dann auch dieses Feuerwerk hatten: Auf dem Wasser zwischen der Insel und dem Festland waren mehrere Boote, von den aus über eine Stunde lang alles mögliche abgeschossen wurden. Unterbrochen wurde das nur kurz durch Musik und eine paar alte Geschichten über Götter .... Ich war begeistert! Auch hier gab's wieder viele Pärchen in Kimonos und Yukattas zu sehen und überhaupt sollen meherere 100000 Menschen, teils auf der Insel, teils vom Festland aus, das Spektakel gesehen haben.




Tag 2: Nachdem Frances und Matchen das "Friedensmuseum" schon mal besucht hatten und das ganze auch sehr bedrückend ist, durfte ich das alleine anschauen. Hab dann auch drei Stunden in diesem Museum verbracht. Neben den ganzen geschichtlichen Aspekten vor und vor allem nach der Atombombe wird auch immer wieder der Bezug zum Frieden hergestellt und vor allem zur Abrüstung von Atomwaffen hingewiesen. Der Bürgermeister von Hiroshima schreibt z. B. immer zur Weihnachtszeit einen Brief an die Präsidenten der Länder, die Atomwaffen besitzen und weist auf die Gefahren hin und bittet um Abrüstung.



Bevor die (mit etwas gemischten Gefühlen erwartete) Rückfahrt anstand, sind wir noch zum Essen gegangen. Natürlich typisch Hiroshima: "Okonomiyaki". Das zu beschreiben ist schwer: Es ist auf jeden Fall viel Gemüse und viele Nudeln drin. Dazu kommt etwas Fleisch und verschiedene Soßen. Zusammenfassend: おいしい!!! (SEHR GUT!)





Freitag, August 11, 2006

das alte Japan: Kyoto + Nara

Wie im letzten Eintrag schon geschrieben, waren Clara und Max zu Besuch. Nach ihrer Ankunft hier in Nagoya gings erst mal nach Osukanon, oder auch liebevoll Osu genannt, einem Stadtteil hier in Nagoya mit einem Tempel und jede Menge Möglichkeiten zum Einkaufen - Clara fühlte sich hier übrigens sehr wohl :-)

Am nächsten Tag tauschten dann die Beiden ihre Gutscheine für den "Japan-Rail-Pass" ein und wir fuhren dann gemeinsam mit dem Shinkansen nach Kyoto.

Kyoto selbst hat mit gar nicht so gefallen. Zwar gibt's hier jede Menge sehr alte und sehr beeindruckende Tempel und Schlösser (weiter unten mehr dazu), allerdings zeigt die Stadt selbst etwas anderes. Naja, aber das ist vielleicht das Problem vieler japanischen Städte und auch immer wieder gerne von Architekturprofessoren / Stadtplanern international bemerkt, dass die hier zwar schon mal sehr schöne Sachen bauen, allerdings existiert oft kein Konzept für die ganze Stadt und wirkt, zumindest auf mich, daher etwas chaotisch und nicht wirklich schön.

So, jetzt aber zu den positiven Sachen von Kyoto: Bei unserer Ankunft haben wir schon mal einen sehr beeindruckenden Bahnhof gesehen:





Clara und Max haben auf ihren Blogs schon einiges über unsere gemeinsame Tour geschrieben und daher beschränke ich mich hier auf ein paar Stichpunkte und vor allem Bilder - besucht doch einfach ihre Blogs (--> rechts unter "Links" gibt's je einen Link zu den Blogs).

Der Golden Pavillon:




Toji-Tempel:






Innenstadt:



Sanjusangendo:


Tagesausflug nach Nara: Nara liegt etwas südlich von Kyoto (ca. 45 Minuten mit dem Zug) und ist die älteste Kaiserstadt aus dem 8. Jahrhundert. Den alten Kaiserpalast kann man heutzutage nicht mehr sehen, bzw. man kann nur ein rießiges Feld besuchen (es gibt aber Planungen, das ganze wieder aufzubauen). Was aber noch zu sehen ist, ist ein wirklich rießiger Park mit sehr vielen, interssanten und bedeutenden Tempeln. Außerdem tummeln sich in diesem Park noch 1300 Hirsche und Rehe - die einzigen Tiere weltweit, die unter dem Schutz der Unesco stehen ("Weltkulturerbe").

Durch die ganzen Anlagen wurde wir von Kana geführt. Sie gehört zu einer Gruppe die sich "Nara Student Guide" nennt: Das sind Studenten (sie studiert in Osaka Englisch), die einfach ihr Englisch trainieren wollen und dazu kostenlose Führungen anbieten. War somit für uns ein sehr interessanter und schöner Tag. Als kleines Dankeschön haben wir sie aber noch zum Essen eingeladen, bevor sie sich dann verabschiedet hat. Falls Ihr auch mal Nara besuchen solltet: Nara Student Guide

Rehe, Rehe, Rehe ... die können sich sogar verbeugen. Außerdem kann mal da auch so tolle Kekse kaufen, die man dann denn Rehen füttern kann. Das blöde ist nur, dass die Viecher sehr aufdringlich werden und einen verfolgen, sobald die Kekse weg sind ....



Daibutsu-den - Halle des "Great Buddha": Ist das größe Holzgebäuder der Welt. Diese Version hier ist aber nur 2/3 so groß als das Orginal. Drinnen befindet sich ein rießiger Buddha: 16 Meter hoch und besteht aus 437 Tonnen Broze und 130kg Gold.







Glück gehabt: Mitte August (14. August ?) ist hier was besonderes: Viele Japaner fahren zu ihren Familien nach Hause um zum einen sich wieder mal zu sehen und zum anderen um dort für die Verstorbenen zu beten. Dazu veranstallten die Tempel oft ein rießiges Feuerwerk. In Nara wird dazu z. B. die Daibutsu-den "angezündet". Wir waren ja schon am 7. August in Nara, aber auch da war schon was von dem großen Ereingis zu spüren: Am Abend wurden im Ganzen Park tausende Kerzen angezündet - sehr stimmungsvoll. Was ich auch schon hier in Nagoya gesehen hab: Das ist oft ein Grund für Verliebte ihre traditionellen Gewänder anzuziehen (Mädls: Kimono, Jungs: Jukatta) und dann da gemeinsam hinzugehen (und vielleicht auch mal in einer dunkleren Ecke Zärtlichkeiten auszutauschen ...)



Osaka: Die Reise ging weiter nach Osaka. Viel haben wir hier nicht mehr gemacht - waren alle ziemlich fertig von Kyoto und Nara (hatte immer so 37°C und dann den ganzen Tag Sightseeing ...). Wir haben uns dort mit Shouta und seiner Freundin getroffen. Shouta war wie Max ein Schuljahr in Brasilien und war wohl daher etwas anders als die "typischen" Japaner selbst. Japner sind ja gerne mal etwas distanzierter und es ist manchmal schon schwer mit denen in Kontakt zu kommen.

Am nächsten Tag fuhren dann Clara und Max weiter nach Hiroshima, ... und für mich gings zurück nach Nayoya. Auf Ihrem Weg zurück nach Tokyo gabs dann nochmal ein kurzes Wiedersehen in Nagoya, bevor es dann für die beiden bald weiter in Richtung Singapure, Australien, ... geht.