Semesterende
Mein erstes Semester in Japan ist zu Ende! Zeit, um nochmal etwas zurückzublicken, was so alles geschehen ist:
Für die nächsten zwei Wochen steht nun noch ein anderer Intensiv-Japanischkkurs an - mal schauen, ob ich das durchhalte.
Was das Ende des Semesters leider auch mitbringt: Viele neue Freunde kehren in ihre Heimatländer zurück. Natürlich etwas wehmütig und so sind nun schon fast jeden Abend Farewell-Parties, aber Ende September kommen dann auch wieder Neue.
- 日本語 - Japanisch: täglich 2 x 90 min zeigen schön langsam Erfolg. Bin jetzt so auf dem Level von "JLPT 3" (Japanese Language Proficiency Test). Erste Konversationen sind somit möglich und ich versteh auch schon jede Menge. Nächster Schritt: Flirten auf Japanisch :-)
- Japan Area & Intercultural Studies: Unter diesen Punkt fallen die Vorlesungen "Japanese Politics", "Modern Japan & it's Post-WWII International Relations", "Introduction to International Development", "Communication & Human Relations in Cross-cultural Contexts", "Intercultural Education & Training Methods" und "Contemporary Japanese Society" - waren allesamt sehr interessant und auch sehr wichtig, wenn man nicht nur mal kurz Urlaub in Japan machen will.
- Courses in the Student's Major: Ja, in meinem Hauptfach gab's ja leider keine Vorlesungen in Englisch. Genauer gesagt, in der ganzen (Graduate) School of Science gab's keine. Hatte mich am Anfang des Semesters schon etwas enttäuscht und ist auch nach wie vor etwas unverständlich für mich: Gerade in den Naturwissenschaften wird vieles in Englisch veröffentlicht und auch die Wissenschaftler hier in Nagoya veröffentlichen in Zeitschriften wie "Nature" oder "Science".
Ich hab dann letztlich zwei Vorlesungen in der "School of Engineering" gewählt: "Introduction to Applied Physics, Material & Energy Engineering" und "Introduction to Production Engineering". Für beide Vorlesungen wurden immer Gastprofessoren oder Leute von Firmen eingeladen, die dann, meist nur für eine handvoll Austauschstudenten, die Vorlesungen hielten. Im Rahmen der ersten Vorlesung gings auch einmal zu einem Forschungslabor, das teilweise zu Toyota gehört und zu einer Fusions-Energy-Forschungseinrichtung: Dort wird (Vorsicht, jetzt wird's etwas technischer) eine Weiterentwicklung des "Tokamak"-Prinzips getestet und nennt sich "Stellarator". Die ganze Anlage wird alleine von Japan finanziert (mehrere Milliarden Euro!!!) und es wurde dafür extra einer dieser schönen bewaldeten Hügel gerodet und etwas abgetragen, damit das ganze Platz hat. Auf lange Sicht sind Experiment mit Deuterium geplant, sind aber bisher nicht genehmigt.


Die Vorlesung zum Production Engineering behandelte die Produktionssysteme von Sumitomo (machen Fahrwerke für Flugzeuge, auch für den A-380), Toyota (oh ja, Toyota ist toll - machten auch eine Fabriktour und sie haben uns das "Headquarters" gezeigt: Die haben dort einen der Roboter, die die EXPO letzten Jahres eröffnetten - ja, die haben extra ein paar Roboter entwickelt, die Trompete spielen können, also richtig, nicht nur mit eingebauten Lautsprechern) und Denso, dem größten Automobilzulieferer weltweit. Eigentlich alles sehr interessant, aber doch etwas langweilig, was an den Dozenten lag. Somit wohl auch verständlich, dass die Japaner in dieser Vorlesung immer schliefen (ist wirklich faszinierend, wie die immer schlafen: die sitzen meist noch aufrecht, aber der Kopf klappt nach vorne, die Hände hängen seitlich runter und die Füße sind ausgestreckt :-) )

Für die nächsten zwei Wochen steht nun noch ein anderer Intensiv-Japanischkkurs an - mal schauen, ob ich das durchhalte.
Was das Ende des Semesters leider auch mitbringt: Viele neue Freunde kehren in ihre Heimatländer zurück. Natürlich etwas wehmütig und so sind nun schon fast jeden Abend Farewell-Parties, aber Ende September kommen dann auch wieder Neue.


5 Comments:
Kleine Technikerfrage: Die "2:35" im Foto heißt aber nicht, dass die es schaffen 2min 35sek lang Plasma zu bilden oder? Ansonsten wäre ich geschockt vom technologischen Wandel! Eureka!
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Patrick, at August 24, 2006 11:35 PM
Falls ich mich recht, hielten die ihr längstes Plasma über 9 Stunden aufrecht! Plasma ist nicht das Problem (vielleicht verwechselst du das jetzt): Z. B. ist Polarlicht ein Plasma, aber auch in Leuchstoffröhren befindet sich ein Plasma. Zur Zeit erforschen die hier eher die Stabilität eines Plasmas und was im Falle einer Fusion noch sehr wichtig ist: "Confinement" - es sollen ja sehr hohe Temperaturen erreicht werden und dazu sind sehr hohe Magnetfelder notwenig. Trotzdem soll aber das Plasma nie die Hülle des Torus berühren (würde ja sofort schmelzen oder so). Auf lange Sicht soll in dieser Anlage auch Deuterium verwendet werden (damit könnte man dann auch eine Fusion in Gang setzten), allerdings gibt es da bisher Probleme gesetzlicher Natur. Richtige Fusion ist aber hier nicht geplant, bzw. nicht möglich - dafür ist die Anlage zu klein (um Fusion in Gang zu setzten sind sehr hohe Drücke und Temperaturen notwendig), es geht mehr um die Stabilität des Plasmas, um die ganze Technik rund um die Anlage (Beseitigung von Verunreinigungen aus dem Plasma, wie fülle ich neuen "Treibstoff" nach, supraleitende Spulen, ....)
Hoffe, dass ich Dich jetzt nicht ganz erschlagen habe :-) , könnte Dir aber noch ein paar Bücher empfehlen
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markus, at August 25, 2006 10:09 AM
Auf Betriebstemperatur meine ich. Das war ja früher eben nicht so lange. Wie lange klappt das mit dem Stellarator? So weit ich weiß ist das doch bisher immer so: Plasma wird erhitzt. Fusionsreaktion setzt ein, erzeugt aber nicht genügend Energie um den entstehenden Energieverlust so weit zu kompensieren, dass die Betriebstemperatur aufrecht erhalten wird. Die Fusionsreaktion bricht zusammen. Das Plasma wird erneut erhitzt... usw usf. Können wir aber gerne bei einem Cappuccino besprechen. Bist eingeladen!
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Patrick, at August 26, 2006 1:18 AM
Ok, Cappuccino hört sich gut an. Lass uns doch hier im "Café Tiger" treffen :-) . Dann würde ich Dich sogar einladen (auf den Cappuccino!). Ansonsten halt in Petershausen.
"Richtge" Fusion für länger soll mit ITER (http://www.iter.org) realisiert werden. Die Anlange hier ist vom Prinzip her etwas anders (aber auch etwas besser), noch nicht soweit entwickelt und es geht hier noch gar nicht um die Fusion - mehr um die Stabilität des Plasmas u.s.w.
Wir sehen uns dann .... wann? :-)
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markus, at August 26, 2006 10:32 AM
Dito. Wegen dem Tiger: Hast Du da WLAN Zugang? Dann könnten wir das nochmal mit den Webcams ausprobieren. Dann nimmst Du mich mit ins Café Tiger und ich Dich mit in die Uni Lounge. Die würden Augen machen! :-D Nerds.
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Patrick, at August 26, 2006 10:55 AM
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