markus in japan

Sonntag, Juli 09, 2006

Mt. Nagiso



Meine erste Tour mit dem "Hiking-Club" der Universität (die nennen sich auch ワンダーフォーゲル = wandaafoogel = Wandervogel :-) Warum die dieses deutsche Wort verwenden, konnte mir bisher aber leider niemand sagen): Letztes Wochenende (1. Juli - 2. Juli) gings dann per Zug in die japanische Südalpen, wo wir dann den Nagiso-san bestiegen haben. Typisch zur Jahreszeit (Regenzeit) war es unerträglich heiß und schwül. Erinnert mich immer wieder an ein riesiges Treibhaus! Auf dem Rückweg zum Tal hats dann auch noch in strömen geregnet - brachte dann wenigstens etwas Abkühlung.



Zur Belohnung wurden wir nach diesen Strapazen zu einer Onsen (heiße Quelle) gefahren. Viele Onsen hier in Japan sind künstlich und das Wasser wird elektrisch erhitzt, wir besuchten aber eine natürliche. Des weiteren gibt es auch immer wieder Probleme mit Nicht-Japanern und einige Onsen erlauben nur den "日本人" (Japanern) den Besuch, was dann auch wieder Probleme rechtlicher Natur mit sich bringt (... Diskriminierung ...). Wo liegen denn die Probleme: Die Onsen selbst dient nur zur Entspannung, sauber machen muss man sich schon davor - dauert nur deutlich länger und ist deutlich gründlicher als das Duschen vor dem Besuch eines Schwimmbades. So gab es einige Fälle, in denen z. B. russische Geschäftsleute mit Anlauf in die Becken gesprungen sind, ohne sich vorher sauber zu machen. Die Japaner haben dann versucht, mit Schildern (auch in Englisch, ...) auf die "Regeln" in einer Onsen hinzuweisen. Hat aber nicht immer geklappt, und so wurden Ausländer einfach verboten (v. a. auf Hokkaido).

Wir hatten auf jeden Fall jede Menge Spass und falls Ihr mal die Möglichkeit habt, probiert es aus! Anfangs ist das Wasser wirklich heiß, aber später will man nicht mehr raus :-)



Übernachtet haben wir auf einer Art Hütte in einem kleinen Tal (von da aus auch die Bilder). Das Gelände gehört wohl diesem Club, der schon einige Jahrzehnte existiert. Verantwortlich hier ist ein Medizinprofessor, der früher auch Mitglied in diesem Club war. Typisch japanisch gilt eine solche Zugehörigkeit ein Leben lang. Er und noch drei andere Herren haben uns auch vom Bahnhof abgeholt, zur Onsen gefahren, .... haben sich ums Essen und den Alkohol :-) gekümmert - natürlich haben wir für die Onsen und für das Essen nichts bezahlt!





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